Freitag, 31. Oktober 2008

Armutsforschung - zum Stand der Forschung

Im Folgenden ist ein Interview mit Prof. DDDr. Clemens Sedmak zu sehen, einem bekannten Armutsforscher und Philosophen. Meiner Ansicht nach ist dieses Video ein guter Einstieg in das Thema "Armut" und sollte von allen Interessierten gesehen werden.





Univ. Prof. DDDr. Clemens Sedmak ist Philosoph, Theologe, Armutsforscher,. Er hat den Lehrstuhl für Sozialethik am King's College der Universität London, ist Präsident des Zentrums für Grundlagenforschung der Wissenschaften in Salzburg, Leiter des Zentrums für Ethik und Armutsforschung an der Universität Salzburg.

das von Sedmak empohlene Buch:

Mittwoch, 29. Oktober 2008

HoI3 ohne Tech-Teams

Hearts of Iron III wird ohne die beliebten Tech-Teams auskommen müssen, wie die Entwickler schreiben:
"The sad result is that tech teams could not feature in our new system. We liked them, we really wanted to keep them but just couldn’t find a way to accommodate them in the system. What we have replaced them with are various theory and practical values representing the accumulated research knowledge and practical experience a country has in various fields. These can be defined for a country at the start, thus giving us the initial specialisations that the tech teams in Hearts of Iron 2 offered, but as these values increase and decay according to what a country is doing..." mehr auf der HOI3-Seite
Dennoch scheint es wieder einmal ein herausragendes Spiel zu werden...

Überwachung - junge Menschen für dumm verkaufen?

In einem kleineren Ort in Österreich gibt es Vandalismus. Keine großartige Neuigkeit möchte man meinen. Dennoch ist es diese Sache wert einmal genauer hin zu sehen. zuerst aber ein Interview mit dem Bürgermeister der Gemeinde Hard am Bodensee...

Nun das Bürgermeister hat offenbar keine Idee, wie er mit der Jugend in Kontakt treten kann und sie vom Vandalismus abbringen kann. Dafür hat er jetzt Kameras anbringen lassen. Als im Video die Sprache auf besagte Kameras fällt, lächelt er. Warum? Ganz einfach: Für solche Kameras braucht man eine umfangreiche Genehmigung. Sie sind teuer und aufwendig in der Wartung. Zudem müssen Bilder gespeichert werden...Datenschutz...Probleme....Wartung....etc...etc...
Dafür gibt es eine einfache Lösung. Zumindes scheint sie einfach: Kameraattrappen. Ja, richtig sowas gibts. Die sind nicht teuer, schauen aber leider alle gleich aus. Das die Gemeinde Hard ihr Jugend offenbar nicht nur für Vandalen, sondern auch für recht dumm hält, beweist dies in ausreichender Weise.
Was der Bürgermeister offenbar nicht weiß: Viele Jugendlichen kennen sich mit Technik besser aus als der gesamte Gemeinderat zusammen. Daher meine Vorhersage: Die Kameras sind so schnell nutzlos, so schnell sich ihre Unechtheit rum spricht...(ein Beispiel für Kameraattrappen)

Das Geld arbeiten lassen

Der Österreicher Erwin Wagenhofer hat sich nach seinem Welterfolg "we feed the world" einen neuen Dokumentarfilm gemacht. Es geht um's Geld - um unser Geld.

Let's make MONEY! ist der Titel des Filmes, der unser Finanzsystem kritisch durchleuchtet.

"Let’s make MONEY" folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird."...mehr...

Trailer:


Eine Doku zur UBS-Krise hier!

Die 10 schlechtesten US-Wahlkampfspots

Wer glaubt in den USA sind alle Wahlkämpfer so professionell wie Obama oder McCain, irrt gewaltig. Besonders Kanndidaten für weniger bedeutsame Ämter reiten sich gerne mit ihren "Ads" eher tiefer in die Unglauwürdigkeit. Andere versuchen es unkonventionell und scheiter ebenso kolossal. Die US-Politikseite "politico.com" hat nun die 10 schlechtesten Spots gekührt. Anzusehen unter: politico.com
Einer meiner persönlichen Fovoriten für den 1.Platz ist dieser (man muss auch etwas Geduld aufbringen können...):

Dienstag, 28. Oktober 2008

Barack Obama neuer Präsident der USA?

Wer das Rennen um das Weiße Haus machen wird, scheint mir noch nicht klar zu sein. Den Britischen Buchmachern scheint das anders zu gehen. Wetten auf den Sieg Obamas wurde z.T. bereits ausbezahlt. Hmmm... wissen die mehr als ich? Wohl kaum. Sie hoffen aber auf satte Gewinne durch reinvestierte Gewinne in neue Wetten.
Was Obama angeht bin ich (man möchte schon fast sagen) natürlich FÜR seinen Sieg gegen McCain, der nun auch noch eine weniger schlaue wie gutaussehende Nummer 2 in's Spiel brachte.

Sollte Obama gewinnen steht jedenfalls eines Fest: Man sollte die Geschichte dieses Mannes besser kennen. Daher die Buchempfehlung für sein Buch: "Ein amerikanischer Traum", in dem Obama sehr persönlich seine Geschichte erzähkt und auch innere Konflikte bespricht, die sein heutiges Handel lenken.

Hitlergruß vom Straßenbahnfahrer

Wer sich mit Österreich beschäftigt oder gar in diesem Land lebt, stellt einige Dinge fest, die dann doch zu denken geben. So kommt es in Österreich nicht selten vor, dass Leute bei Wahlveranstaltungen den Rechten Arm zum Himmel heben. Man würde solche Sachen von der aussterbenden Kriegsgeneration vielleicht noch eher erwarten, als von 20jährigen Mittelschichtkindern oder gar Straßenbahnfahrern im "roten Wien". Dennoch kommt solch "Alltagsfaschismus" immer wieder daher. Manchmal in modernem Gewand eines Politikers (der es in Österreich trotz brauner Gesinnung weit bringen kann) oder Glatzkopfs , manchmal im Retro-Look einer Burschenschaft oder eines "Heimatvereins".

Ein Beispiel ist der Straßenbahnfahrer in diesem Youtube-Video. Gut, der Mann wird entlassen und hat auch sonst wenig zu lachen. Eines hat mich aber dennoch überrascht: irgendwie tut er mir leid. Warum? Ganz einfach. Dieser, offenbar recht einfach gestrickte, Mann bekommt die volle Härte des öffentlichen Drucks ab. Eventuell auch ein Strafverfahren. Neben der Entlassung versteht sich. Auf der anderen Seite kandidiert aber ein Mitglied der rechtsradikalen Burschenschaft "Olympia" als Nationalratspräsident und kann damit rechnen von den meisten Parlamentariern gewählt zu werden.
Wie ist das nun, fragt sich der Betrachter? Rechtsradikal sein ist böse - außer man ist im Nationalrat, oder wie? Es wird offenbar mit zweierlei Maß gemessen und zudem wird nur der dumme Nazi bestraft. Der weniger dumme weiß um die juristischen Spitzfindigkeiten und spricht einfach nicht aus was er (oder sie) denkt bzw. verpackt es in "schöne Worte".

Um Österreichs Ruf braucht sich die Österreich-Werbung jedenfalls nicht mehr zu bemühen, wie folgendes Video beweist...


Montag, 27. Oktober 2008

studiVZ-Hacker im Interview



gesehen bei http://www.tobi-x.com/ dem Original...

Nordkorea Ausländern nicht verschlossen

Seit einiger Zeit kursieren Meldungen durch die Medien, wonach Nordkorea keine ausländischen Besucher mehr in's Land lässt. Diese Meldungen wurden offenbar von einer japanischen Quelle abgeschrieben und passen gut zu den Gerüchten um den Tod des Nordkoreanischen Staatschefs (nicht gemeint ist der Präsident, denn der ist trotz Tod immer noch im Amt).
In einer Meldung vom 23. Oktober weist offenbar die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA diese Behauptungen als „kolossale Lügen“ zurück. Dies scheint mir glaubwürdig, werden im moment immer noch Reisen nach Nordkorea angeboten (durch die staatl. Nordkoreanische Reiseagentur).

Bezügl. Reisen nach N-Korea ist aber laut Außenministerium dennoch zu beachten:
"Reisende sind der ständigen Überwachung von Seiten der Staatsorgane ausgesetzt und in ihrer Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt. Eine Respektierung des herrschenden Personenkults wird erwartet, politische Diskussionen und Äußerungen sollten unbedingt vermieden werden. Unterhaltung mt der nordkoreanischen Bevölkerung kann die Angesprochenen gefährden. Das Photographieren von sicherheitsrelevanten Bereichen wie militärischen Anlagen, Bahnhöfen, Flughäfen und Hafenanlagen sowie Soldaten in Uniform aber auch heruntergekommener Gebäude und schmutziger Plätze ist verboten. Im Zweifelsfall wird empfohlen, die ständige Reisebegleitung zu fragen"

Sonntag, 26. Oktober 2008

auch in McCain wohnen zwei Seelen

McCain ist, zumindest aus Sicht der meisten Europäer, der "Böse"Kandidat. Er will nur "die Reichen" steuerlich entlasten und "die Armen" in den Krieg schicken. Das auch in ihm zwei Seelen leben, zeigt dieses Video:
(Vorsicht Lachanfall!)

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Webcam zur Raumüberwachung verwenden?

Moderne Überwachung kostet viel Geld. Aber es geht auch einfacher. Hier mein persönlicher Tipp:

Wer einen Raum "überwachen" will und keine gehobenen Ansprüche stellt, der kann ein leistungsstarkes Programm nützen, das ein Student aus Vlatho (D) geschrieben hat. Das Programm nennt sich CamAlert und knapp 3Mb groß und gratis! Obwohl es keine große Sofrware-Firma geschrieben hat, kann es eine ganze Menge und funktioniert auch toll!
Es reagiert dabei ähnlich einem Bewegungsmelder auf Veränderungen im Bild und schießt darauf hin Überwachungsbilder. Das ganze funktioniert durch Vergleiche des aktuellen Bildes mit den vorher gemachten und lässt sich daher in seiner Sensibilität auch leicht einstellen. Auf Wunsch werden auch Alarmhinweise oder akustische Signale von CamAlert ausgegeben. Die "Überwachung" lässt sich auch einfach zeitlich steuern.
Wer auf Nummer sicher gehen sill kann mit mehreren Kameras ganz leicht auch mehrere Orte (oder Winkel) überwachen. Einfach das Programm mehrmals starten und als Quelle eine 2. oder 3. Kammera auswählen. Ausprobieren lohnt sich sicher (Aber:Rechtsvorschriften beachten)!
zur CamAlert-Seite

Lupe-Blog zeigt was McCain's Zunge alles kann!

Unbedingt ansehen sollte man sich die Zusammenstellung von Bildern McCains auf dem Lupe-Blog. Wirklich mal wieder was zu lachen....Danke dafür!
Lupe, der Satire-Blog: McCain's Zungen-Festival (Update, nun 14 Bilder)

Dienstag, 21. Oktober 2008

"Nordwand" ab Freitag im Kino


Das Bergsteigerdrama basiert auf den wahren Begebenheiten um den dramatischen Erstbesteigungsversuch der Eiger-Nordwand im Jahr 1936. Toni (Benno Fürmann) und Andi (Florian Lukas) sind begeisterte Bergsteiger. Der Eiger und seine bis dato unbezwungene Nordwand wird ihre größte Herausforderung!
Eine absolut sehenswerte Produktion, die mit Kritikerlob überschüttet wurde...Ab Freitag im Kino!
Trailer:

Samstag, 18. Oktober 2008

PosterXXL im Test

Im Rahmen einer Samplingaktion von Trigami hab ich posterxxl.de getestet. Hier das Ergebnis meines Tests (Dieser Test erfolgte ohne Honorar und stellt keine bezahlte Werbung dar. Es wurde ausschließlich ein Produkt zu Testzwecken überlassen).

Die Seite posterxxl.de bietet einen ebenso einfachen, wie genialen Service an: Ein Foto als Poster!
Das klingt zunächst unspektakulär, kann man heute Fotos mit guten Druckern auch selber schon recht gut und großflächig ausdrucken. Was ist also das besondere an diesem Service? Ganz einfach: Es sind Riesenposter möglich, die Bilder zum Erlebnis werden lassen. Auch kleinste Details sollen scharf und brilliant wiedergegeben werden.
Das kann ich auch nach meinem Test auch voll bestätigen! Ein von mir verwendetes „normales“ JPG-Foto wurde zu einem riesen Poster, das noch dazu in höchster und brillantester Qualität gedruckt wurde. Das Hochladen eines beliebigen Bildes - in gängigem Digital-Foto-Format - gestaltet sich simpel, die Auswahl an Formaten ist groß. Von kleinen 30x20 Bildern bis riesigen Panoramen (über vier Meter!) lässt sich hier alles machen. Nach dem Hochladen lässt sich noch etwas nachbearbeiten, wobei auch auf andere Materialien gedruckt werden kann.
Meine Tipp bei Portraits: Das Foto zuerst in Photoshop oder einem anderem Programm etwas bearbeiten um unerwünschte Feinheiten auszumerzen.

Das Poster war innerhalb einiger Tage fertig an der Haustüre und übertraf meine Erwartungen sogar noch.

Eine tolle Geschenkidee für Geburtstage oder das bevorstehende Weihnachten!
für meine Leser eine besondere Aktion: ein Gratis-Poster (befristete Aktion)

Dienstag, 14. Oktober 2008

Geld und die Krisen

Geld zu haben ist einfach toll! Warum eigentlich? Warum glauben wir an den (aufgedruckten) Wert des Geldes? Welche Auswirkungen hat unser System von Kredit und Zins auf die Wirtschaft? Wie kommen wir aus der Finazkrise?

Auf all diese Fragen gibt es nun Antworten. Zusammengefasst in einer wunderbaren und gut gemachten Dokumentation. Es wird genauso das Geldsystem und seine Folgen erklärt, wie auch die Gründe für die aktuellen Krise und wachsende Ungleichheit. 1 1/2 Stunden die sich lohnen - Der Geist des Geldes bei Google-Video gefunden:

Der Geist des Geldes - Dokumentation

Montag, 13. Oktober 2008

Wirtschaftskrise und new deal - Serie Teil4 - Ergebnis des „New Deal“

Tei4 - Ergebnis des „New Deal“

„New Deal“ bezeichnet im englischen das neue Geben von Spielkarten. So sollten auch die Karten in den USA neungegeben werden um dann in einem neuen Spiel mehr Gewinner zu schaffen. Dies gelang nur sehr vereinzelt.
In den fünf Jahren, in denen die „New Deal“ -Politik betrieben worden war, wurden zahlreiche Programme und Gesetzte durchgesetzt, die weitreichende Folgen haben sollten. So wurden Sozialgesetze geschaffen, die für die USA bahnbrechende Neuerungen darstellten und viele soziale Härten und Ungleichheiten abfederten. Allerdings gelang es zum Beispiel nicht, eine staatliche Krankenversicherung für alle einzuführen. Dennoch war dies der Beginn einer sozialeren Marktwirtschaft. Auch die wirtschaftlichen Gegebenheiten verbesserten sich. Die Verbesserungen blieben zwar weit hinter den Erwartungen zurück, waren aber dennoch spürbar. Besonders nicht augenscheinliche Verbesserungen sind heute zu sehen. So wurden Verkehrswege erneuert oder gebaut oder die Elektrifizierung vorangetrieben und gesichert. Besonders im Bereich der Infrastruktur konnte viel bewegt werden, was auch in den Kriegsjahren den USA sehr zugute kam. Allerdings wurden auch öffentliche Schulen und Bildungseinrichturne gebaut, was wiederum der Qualifizierung der Arbeiter und der sozialen Gerechtigkeit (und somit dem inneren Frieden) gut getan hat. Auch Mindestlöhne waren eine unumstritten sinnvolle und gerechte Sache.

Abschließend kann man zwar vom Scheitern des „New Deal“ sprechen, was allerdings nur durch die kurzfristige und konjunkturelle Betrachtung gerechtfertigt werden kann. In meinen Augen muss die Betrachtung allerdings weiter gefasst werden. Die sozialen Leistungen Roosevelts waren sinnvolle Investitionen in die Zukunft der USA. Besonderes die Verbesserungen in nicht-konjunkturellem Sinne waren für spätere Erfolge bedeutend.

Teil1-4 der Serie

Quellen für diese Serie und weiterführende Literatur

• Badger, Anthony J. : The new Deal, The Depression Years, 1933-40 The Noonday Press, New York, 1989
• Brasil Rauch, The History of the new Deal 1933-1938 Capricon Books, New York, 1980,
• Galbrath, John Kenneth: Die Herrschaft der Bankrotteure,
• Erd, Rainer : Die amerikanischen Gewerkschaften im New Deal 1933 - 1937 / Rainer Erd. - Frankfurt/Main, Campus-Verlag, 1986.
• Schulze,Othard: Der New Deal und seine Einwirkung auf die Finanz- und Steuerpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika / von Othard Schulze.
• Zank, Wolfgang. Der Staat als Hebel. In: Die großen Ökonomen. Leben und Werk der wirtschaftswissenschaftlichen Vordenker. Eine Artikelserie. Stuttgart, 1994. S. 139ff.

Internet:
• http://www.tva.gov/heritage/hert_history.htm
• http://www.academicinfo.net/usmoddeal.html
• http://usa.usembassy.de/geschichte-depression.htm
• http://www.brockhaus.de/index2.html?service/aktuell/041015.html
• http://www.pbs.org/wgbh/amex/dustbowl/peopleevents/pandeAMEX05.html
• http://www.bergen.org/AAST/Projects/depression/successes.html
• http://newdeal.feri.org/index.htm
• http://www.geocities.com/Athens/4545/

Buchtipp:


Wirtschaftskrise und new deal - Serie Teil3 - Roosevelt und der „New Deal“

Teil3 - Roosevelt und der „New Deal“


Roosevelt wollte gemeinsam mit seinem Stab “keynesianische” Ideen in die Tat umsetzen und mit einem Wirtschaftsprogramm, genannt New Deal, dem Land aus der Krise helfen. In der ersten Zeit waren Notstandsmaßnahmen zur Stabilisierung des Bank- und Börsenwesens und solche zur Eindämmung von Produktion und Konkurrenz in Landwirtschaft und Industrie die (staatsinterventionistischen) politischen Mittel der Regierung Roosevelt. Hinzu kam ein großes Entwicklungsprojekt für das sieben Staaten umfassende Stromgebiet des Tennessee unter der Tennessee Valley Authority (TVA). Höhere Inlandspreise waren gewünscht und wurden durch inflationär wirkende Geld- und Währungspolitik (Abgehen vom Goldstandard, Abwertung des Dollars) sowie aktive Außenwirtschaftspolitik und Exportsteigerung herbei zu führen versucht. Der Aufschwung blieb jedoch weitgehend aus. Es entstand politische Kritik, die den stärker reformerisch-interventionistischen Zug des „zweiten New Deal“ prägten. Dabei wurde die Sozialgesetzgebung eingeführt und das nationale Bankwesen wurde strenger geregelt. Im Folgenden sind die Maßnahmen in Form von Arbeitsprogrammen (freiwillige Arbeitsdienste mit geringem Lohn [1$/h] aber freier Kost und Unterkunft) zusammengefasst:

Wirtschaftskrise und new deal - Serie Teil2 - Die Krise ist erkannt

Teil 2. Die Krise ist erkannt

Die fatalen Reaktionen waren auf damalige volkswirtschaftliche Ansichten gestützt und verstärkten die Probleme, anstatt sie zu lösen.
So vertraute der Präsident der USA, Hoover, auf die „Selbstheilung des Marktes“, was sehr an heutige Ansichten erinnert. Eine Intervention seinerseits war also nicht zu erwarten. Anleger versuchten, sich bzw. ihr Kapital in Sicherheit zu bringen und zogen sich aus den Märkten zurück. Dies ließ die Kurse der (völlig überzeichneten) Aktien ins Bodenlose sinken. Die Geschäftsbanken reagierten ihrerseits wieder mit der Einforderung von Schulden, die schon nicht mehr beglichen werden konnten.
Man muss bedenken, dass viele Wertpapiere fremdfinanziert erworben wurden, in der Folge praktisch wertlos und die Schulden zu nicht zu bewältigenden Lasten wurden. Natürlich blieben die Geschäftsbanken auf ihren Forderungen sitzen, was wiederum diese in eine Krise brachte. So stürzte nach und nach ein Wirtschaftssektor nach dem anderen in diese Falle.
In den ersten 14 Tagen der Krise nahm die Zahl der Arbeitslosen um 2,5 Millionen zu. Ein Jahr später waren es schon acht und bis 1933 25 Millionen.
Die enormen Probleme verhalfen dem demokratischen Kandidaten Roosevelt ins Weiße Haus. Dieser war von den Wirtschaftsanalysen von Keynes beeinflusst und versuchte, diese umzusetzen.

Exkurs: John M. Keynes

John Maynard Keynes, britischer Volkswirtschaftler, Publizist und Diplomat, wurde am 5. Juni 1883 in Cambridge geboren. Er absolvierte das Eton-Internat und ging dann an die Universität. Nach Abschluss seiner Studien in Cambridge im Jahre 1905 unterzog er sich den Prüfungen für den höheren Staatsdienst, wobei er in den wirtschaftlichen Fragen schlecht abschnitt. Schon zu dieser Zeit wird Keynes eine sehr „weibliche Art“ nachgesagt, die sich zu einer Homosexualität entwickelt haben soll.
Danach war er zwei Jahre im India Office tätig, schrieb ein hochtechnisches Buch über Wahrscheinlichkeitstheorie, begann ein weiteres über indische Währung und kehrte nach Cambridge zurück. Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegszeit brachten Keynes ersten Ruhm und zugleich die Sicherheit, mit der er fortan zu öffentlichen Fragen Stellung nahm und einen Einfluss gewann, dem sich allmählich niemand zu widersetzen vermochte. Während dieser Zeit gehörte er dem Stab des Schatzamtes an, wo er sich dank seiner Fähigkeit im Umgang mit Deviseneinnahmen, Anleihenerträgnissen und Einnahmen aus eingezogenen und im Ausland verkauften Wertpapieren einen erheblichen Namen machte. Bis zum Kriegsende hatte sich seine wirtschaftspolitische und administrative Begabung bereits soweit herumgesprochen, dass er ausersehen wurde, die britische Delegation zu der Pariser Friedenskonferenz des Jahres 1919 zu begleiten. Als er Paris verließ, war er von den dortigen Friedensverhandlungen zutiefst enttäuscht. Er kehrte nach England zurück und schrieb 1920 “Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages”. Das Werk erschien im selben Jahr in London; es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und gilt noch immer als das bedeutendste wirtschaftstheoretische Dokument zum Ersten Weltkrieg und seinen Folgen. In den zwanziger und frühen dreißiger Jahren war Keynes als Schriftsteller tätig, interessierte sich für Kunst, saß dem gemeinsamen Herausgeberkollegium des “New Statesman” und der “Nation” vor und gehörte dem bedeutenden staatlichen Finanz- und Industrieuntersuchungsausschuss an. 1930 veröffentlichte er die zweibändige Abhandlung “Vom Gelde”. Sie wurde als epochemachendes Werk gefeiert. Auch Gedanken aus der “Allgemeinen Theorie” kündigten sich hier bereits an. Das Werk “Die allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes” vollendete Keynes 1936 und damit löste er eine langanhaltende heftige Diskussion aus, die ihn zum Begründer einer eigenen Richtung der Nationalökonomie, des Keynesianismus, werden ließ. Ab 1941 war Keynes an den Planungen einer internationalen wirtschaftlichen Neuordnung maßgeblich beteiligt. Am 21. April 1946 starb er in Firle (Sussex). Im Gegensatz zum (gescheiterten) „Sayschen Gesetz“ (Angebot schafft immer genügend Nachfrage) führt Keynes in seinem Werk „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ neue Ansätze ein. In einer Geldwirtschaft, so Keynes, halten Menschen immer einen Teil ihres Vermögens liquide in ihren Kassen. Sie brauchen eine Manövriermasse, um laufende Transaktionen zu bezahlen, zum Teil aus Vorsicht oder um damit spekulieren zu können. Diese „Liquiditätspräferenz“ kann unter Umständen so groß werden, dass sie die Konjunktur abwürgt. Es fällt die Nachfrage aus, was die Investitionen zusammenbrechen lässt. Auch die Zinsen sinken nicht, da keine langfristige Anlage gesucht wird. Wenn als Folge dann die Nominallöhne noch sinken, schwinden auch noch die Konsumausgaben. Weiters sind nach Analysen von Keynes Preise und Löhne lange nicht so flexibel wie in orthodoxen Theorien angenommen. Die Wirtschaft befindet sich dann in einer Situation, von der sie sich nicht mehr selber befreien kann und in der der Staat eingreifen muss. Keynes unterscheidet drei Motive, die die Liquiditätspräferenz der Geldvermögensbesitzer und damit deren Entscheidungen über die Kassenhaltung bestimmen:
• Transaktionsmotiv
• Vorsichtsmotiv (Kassenhaltung für 1) und 2) ist bestimmt durch das Einkommen)
• Spekulationsmotiv (Kassenhaltung ist abhängig vom Zins)
Daraus leiten sich seine wirtschaftspolitischen Empfehlungen ab:
• aktive Geldpolitik
• aktive Fiskal- bzw. Finanzpolitik (zusätzliche staatliche Investitionen)
Keynes plädiert für die Ausgabe eines Weltgeldes und entwickelte neue analytische Instrumente wie die „Konsumfunktion“.

Wirtschaftskrise und new deal - Serie Teil1 - Ursachen der Krise

Teil 1 - Wirtschaftspolitik vor dem New Deal und Ursachen für die Krise

Vor den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts verfolgten die meisten Industriestaaten eine wirtschaftsliberale Politik. Die wirtschafspolitischen Analysen der „Klassik“ waren die bedeutenden Impulsgeber wirtschaftspolitischen Handelns. Mit dem „Schwarzen Freitag“, dem 25. Oktober 1929, begann eine Krise, die die Welt erschüttern sollte. Damals fiel der Dow-Jones-Aktienindex dramatisch, was heute oft als Börsenkrach bezeichnet wird. In der Folge wurde zuerst die US- und dann die gesamte Weltwirtschaft in eine Depression gezogen. Es zeigte sich die weltweite Vernetzung der Wirtschaft, wie sie sich noch nie zu erkennen gegeben hatte. Es bestand auch bis dahin die Möglichkeit eines Problems an der Börse, was das Jahr 1873 in Wien zeigte. Allerdings war die Wirtschaft seither internationaler geworden und die spekulativen Geschäfte nahmen mehr zu denn je. Obwohl die transnationalen Geschäfte nur fünf Prozent des Handels ausmachten, hatte dies beim Börsenkrach dann weitreichende Folgen. Die Ursache lag sicher darin, dass die USA einen Großteil der weltweit produzierten Industriewaren erzeugte und auch sehr viel davon exportierte.

Die nationalen Hauptursachen für den Kurseinbruch an der New York Stock Exchange im Oktober 1929 waren in maßloser Überproduktion und in kreditfinanzierter Massenspekulation zu sehen. Die NYSE war (und ist) die zentrale Wertpapierbörse der Vereinigten Staaten und die weltweit größte Börse, die – wie bereits erwähnt – auch international sehr vernetzt war und ist.
Die Krise kam quasi „über Nacht“ und überraschte so sehr, dass das Vertrauen in die Finanzinstitutionen nachhaltig zerstört wurde. Weitere Gründe waren auch Absatzschwierigkeiten im Agrarhandel (aufgrund verbesserter, moderner Produktionsbedingungen) und die protektionistische Zollpolitik einiger Länder (also Importzölle). Auf den internationalen Märkten wurde der Wegfall der amerikanischen Nachfrage bemerkbar. Dies führte dazu, dass die Preise international sanken. Es war also eine deflationäre Tendenz ausgebrochen, die in eine Deflationsspirale führen kann. Daraus resultierten Produktionssenkungen und massive Arbeitslosigkeit. Die freigesetzten Arbeiter fielen als Nachfrager aus und trugen weiter dazu bei, dass die Nachfrage stark zurück ging.

alle 4 Teile der Serie

Dienstag, 7. Oktober 2008

PR4 erreicht!

Ungefähr ein Jahr nach bestehen dieser Seite ist der Pagerank auf 4 geklettert! Die Relevanz des Blogs ist für Google damit gestiegen...

Finanzkrise schlägt um sich

Wie an früher Stelle schon beschrieben, hat das Finanzsystem in seiner heutigen, pervertierten Form gravierende Schwächen, die schon J. M. Keynes dargelegt hatte. Nur ist es heute noch etwas schlimmer als zu Zeiten Keynes. Ein kaum mehr durchschaubarer Markt an Finanzprodukten und undurchsichtigen Bankgeschäften zieht eine Spur der Verwüstung durch die Welt.
Als viele gute Ökonomen schon im jetzten Jahrzehnt vor einer solchen Entwicklung warnten, wurden diese Warnungen als unbegründet abgetan worden. Friedman's Überzeugung von der "unsichbaren Hand des Marktes" (eigentlich A.Smith) war ein Dogma, welches nur Kommunsiten in Frage zu stellen hatten. Zumindest wurde jeder, der Kritik übte in ein solches Eck gestellt.

Was kann nun der Einzelne machen?

Eigentlich nicht viel. Mit seinen Steuermitteln wird jetzt versucht die maroden Märkte zu zu drönen und die eigenen Anlagen sind, meiner Ansicht nach, sowieso nicht mehr wirklich sicher (besonders die, welche hohe % versprachen bzw. sich in den USA befinden). Gold scheint allerdings krisensicherer. Doch jetzt Gold zu kaufen wird ein teurer Spaß... Was also kann man tun?
Was man immer schon hätte machen sollen: Geld nicht in schwindelige Fonds investieren, sondern in "sicherere" Anlagen, wie Staatsanleihen oder Immobilien (wer mehr als 8% verspricht lügt sie wahrscheinlich an oder zockt!). Dazu sollte möglichst viel Druck auf die Regierungen ausgeübt werden um Spekulations- und Transaktionssteuern einzuführen!
mehr dazu: